Dschungelcamp - Asylbewerber im Wald

Auf einer Waldlichtung leben Asylbewerber in einem Freizeitheim für Postbeamte.

Ein Freund, der für den Bayerischen Flüchtlingsrat arbeitet, erzählte mir von einer unglaublichen Geschichte im niederbayerischen Städtchen Böbrach. Dort, sagte er, würde ca. ein gutes Dutzend Asylbewerber verschiedener Nationalitäten in einem ehemaligen Freizeitheim für Postbeamte leben. Das Unfassbare an dieser Situation sei, dass sich das Haus auf einer Waldlichtung befände, völlig isoliert und zwei Kilometer entfernt vom nächsten Ort.

Die Bewohner haben also keine Möglichkeit, sich ihre Wartezeit zu vertreiben - oft viele Monate - bis ihre Antragsverfahren entschieden sind und sie eine neue Lebensperspektive haben. Dazu kommt, dass dort Menschen verschiedener Nationalitäten und Religionen untergebracht sind. Oft ist also selbst eine einfache Kommunikation nicht möglich...

Mit einem ortskundigen Begleiter, der schon Kontakt zu den Bewohnern hatte, fuhr ich nach Böbrach, um die Geschichte in Bildern zu erzählen: ich erlebte ein bedrückendes Vakuum inmitten schönster Natur. Eine deprimierende Mischung aus Hoffnungslosigkeit, Ungewissheit und ‹berlebensinstink. Es war mir wichtig, die Situation dieser Menschen zu zeigen und dazu beizutragen, dass Lager wie diese in die Diskussion kommen.

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